Stenografen-Verein Goslar E. V.

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Aus den Vereinsmitteilungen


 Januar/Februar 2021

           Neues Jahr       Aufmunterung     Aufgegeben     Einladung Jahreshauptversammlung  
    Stadtmeisterschaften     Transposition     Gendergerechte Sprache     Nachruf    

Auf die Plätze…,

… so begannen wir unsere Mitteilungen im vergangenen Jahr. Für unsere Perspektive = Erwartungen hatten wir gar mit 366 einen Tag mehr als gewohnt, dann auch noch weniger Festtage. Doch gegen brauchbare Ergebnisse – wichtig für allgemeine Motivation – hatte ein kleines unsichtbares Etwas einiges. Am Ende erreichten Absagen und Ausfälle maximale hundert Prozent.

Nun befinden wir uns zwar am Ende dieses Jahres, doch einen Lichtblick für unsere Aus- und Fortbildungsarbeit gibt es immer noch nicht, ganz im Gegenteil. Wenn wir auf diesem Wege allen unseren Schriftfreundinnen und Schriftfreunden für 2021 sehr viel Glück, Erfolg und Zufriedenheit wünschen, dann beinhaltet dies natürlich eine entscheidende Wende in der gegenwärtigen Situation. Uns allen sollte aber klar sein, dass dies nicht ohne massiven Einsatz eines jeden von uns funktionieren wird. Die ergänzenden Erkenntnisse: Einsatzbereitschaft und Einsatzfreude mit Überzeugung und Selbstbewusstsein in jeder Richtung.

Ein herzliches Glückauf jedem von uns samt Familien für dieses neue Jahr!

Die Vereinsführung



Aufmunterung

Homage – Homecoming – Homelife – Homemade usw., eine Vielzahl von Begriffen mit diesem Bestimmungswort bietet uns die englische Sprache bis hin zu Homeoffice, Homeschooling, Homework, die uns neuerdings wohl am meisten beschäftigen. Doch mögliche Effekte werden selbst von vermeintlichen Verfechtern sehr unterschiedlich abgeleitet und beurteilt. In unserer Aufgabe dürfen wir nicht homeless sein, auch wenn nachlassender Elan am Ende doch zu Mutlosigkeit führen kann.

Auf der anderen Seite deuten etliche Slogans wie „Schneller als andere“ oder ganz allgemein „Zeit ist Geld“ trotz der selbstverständlichen Zurückhaltung bei und gegen Corona unverändert darauf hin, dass wir mit Aktivität gegen Einschränkung vorbeugen müssen. Dieser Ausspruch Benjamin Franklins, einem der Gründungsväter der Vereinigten Staaten von Amerika, als Lebensphilosophie und Arbeitsmaxime für Generationen von Unternehmern hat seit Menschengedenken zu Ergebnissen geführt. Effizienz oder Profit verhelfen Millionären und Milliardären zu Ruf und Ansehen, zum anderen aber können wir auch häufig die soziale Gleichstellung aus dem Auge verlieren.

Das allgemeine Bemühen um Annäherung hat 2020 einen deutlichen Dämpfer erhalten; vor allem unsere Aus- und Fortbildungsarbeit wurde zurückgeworfen, und wir suchen nach den Wegen für das Aufholen auf vorheriges Niveau. Wir lassen nichts unversucht, ab 11. Januar 2021 mit dem Frühjahrssemester in den Fortbildungskursen Mentalität zu reaktivieren, Motivation wiederzubeleben als Voraussetzung für Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit.

Die Basis für schreibtechnisches Können ebenso wie für die erfolgreiche Suche nach Talenten legen wir in den Grundkursen, die in Kurzschrift am 22., im Tastschreiben am 24. Februar 2021 zu den gewohnten Zeiten und Bedingungen beginnen sollen. „Könner können Kurzschrift und Tastschreiben“, dies ist nicht nur eine weitere Parole unserer Arbeit, sondern dies bestätigen unzählige Menschen aus vielen Generationen, wenn sie im Vergleich zu Wettbewerbern „die Nase vorn“ haben konnten. Über die Einzelheiten unseres Angebots informiert nachstehender Unterrichtsplan. Diese an Interessenten und Kandidaten weiterzugeben, einen Termin für Entscheidungen bzw. Anmeldung zu setzen, sollten Sie nicht auf die lange Bank schieben. In die anzustrebende Normalität in kritischen Zeiten hoffen wir unsere Planungen zuvorderst einzubeziehen. Die überzeugende Werbung durch etablierte Mitglieder ist uns wertvollste Hilfe.

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Aufgegeben

Was hatten wir alles vor im Jahre 2020; es kam anders. Auch in den letzten Vereinsmitteilungen müssen wir auf Erfolgsberichte verzichten: Mit dem Bundespokalschreiben am 7. November in Apolda sowie dem Vereinsehrenabend am 21. November fielen auch noch die beiden letzten Termine ins Wasser. Der November-Lockdown mit rigoroser Gastronomieschließung ließ uns keine Chance.

Selbstverständlich ist das alles sehr bedauerlich, wenn auch nicht zu ändern. Es bleibt somit nur die Hoffnung, dass auf Sicht wieder so etwas wie Normalität einkehren wird. Aber so ganz ohnmächtig wollen wir doch nicht aus diesem „Seuchenjahr“ hinausgehen. Unseren jungen, strebsamen Wettschreibern haben wir Anfang Dezember noch unbedingt die Möglichkeit zum Leistungsnachweis bieten wollen, die Fortbildungsarbeit 2020 also mit einem psychisch wichtigen Ergebnis abzuschließen. – Aus redaktionellen Gründen können wir die Ergebnisse erst in den nächsten Vereinsnachrichten verkünden.

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Auftrag

Aufgrund Corona vorerst abgesagt. Ein neuer Termin wird bekannt gegeben, sobald ein wenig mehr Planungssicherheit besteht.

Entsprechend dem Vereinsrecht bzw. unserer Satzung muss der Vereinsvorstand alljährlich den Mitgliedern Rechenschaft über das Geschäftsjahr und die Situation des Vereins leisten. Im Vertrauen darauf, dass uns die schulischen Voraussetzungen bzw. Einschränkungen nicht im Wege stehen, berufen wir die

Jahreshauptversammlung
zu Mittwoch, 17. Februar 2021, 19:30 Uhr
in den Berufsbildenden Schulen
Goslar Am Stadtgarten, Raum 009

ein. Wir wollen das 130. Vereinsjahr bilanzieren und kommentieren … selbstverständlich die Hygiene-Vorschriften beachten – mit dieser

Tagesordnung:

1. Begrüßung, Gedenken, Auszeichnungen
2. Bericht der Unterrichtsreferentin
3. Geschäftsbericht des Vorsitzenden für 2020
4. Rechnungslegung für 2020
5 Aussprache zu den TOP 2 bis 4
6. Bericht der Kassenprüfer
7. Entlastung der Kassiererin/des Vorstandes
8. Ergänzungswahl eines/einer Kassenprüfer(s/in)
9. Verschiedenes

Wir laden alle Mitglieder sowie ggf. Gäste sehr herzlich zu dieser ordentlichen Mitgliederversammlung ein und hoffen auf die hilfreiche (familiäre) Solidarität mit Interesse und Kritikbereitschaft. Sehr gern übernehmen wir jederlei Denkansätze für eine weiterhin gedeihliche Vereinsarbeit, die sich nach unserer Ansicht von einer gewissen Müdigkeit wieder befreien muss.

Nach Möglichkeit wollen wir nach Abwicklung der Regularien das Treffen mit einem „Absacker“ in einer naheliegenden Gaststätte beschließen, sofern die Pandemie es gut mit uns meint.

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Aufruf

Wie bereits angemerkt: Wir planen; dabei vertrauen wir auch … auf Besserung der Bedingungen einer-, auf das Einvernehmen andererseits. Wer organisieren muss, weiß, dass man systematische Arbeit nicht dem letzten Moment überlassen kann, sondern frühzeitig verabreden und vorbereiten muss. Entsprechend dieser Überzeugung wollen wir unsere

Stadtmeisterschaften
in Kurzschrift, Texterfassung, Textbearbeitung
am 20. März 2021 in den BBS

durchführen.

Unter den üblichen Bedingungen werden wir nach der Routine im Unterricht unter der Woche hier unseren Spitzenschreibern die Gelegenheit zur Bestätigung ihrer Leistungsfähigkeit bieten, noch dazu nach einem zusätzlichen Jahr der Vorbereitung, oder etwa nicht? Neben den Titeln bei Erwachsenen und Jugendlichen – Letztere mit Integration in das Bundesjugendschreiben – winken unseren Schreibern die bekannten Wander- sowie einige Ehrenpreise.

Jeder hat seine Erwartungen und wird entsprechend Engagement zeigen. Wir werden bis zum letzten Moment bangen müssen, ob alles umgesetzt werden kann. Weitere Einzelheiten in der nächsten Ausgabe.

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Aufwertung

Was man mit dem Vokal „e“ doch alles machen kann. So können mit ihm durch Anschluss an den Imperativ eines Verbs völlig neue Substantive gebildet werden wie bei „Bleibe“, „Schalte“, „Putze“, „Lache“, die dann aber häufig eine ganz andere Bedeutung aufweisen. Zum Teil setzen sich einige dieser Begriffe als topmodische, wenn auch saloppe Wörter durch wie „Abzocke“, „Anmache“, „Tanke“ o. a. In diesem Zusammenhang ist „Tippse“ schon fast out, ganz abgesehen davon, dass wir diese Bezeichnung schon deswegen nicht leiden mögen, weil „Tippen“ bei uns keine Wertschätzung erfährt.

Transposition ist der Fachbegriff für diese Art der Wortbildung, die unsere Sprachkultur auch mit anderen Endlauten oder Endsilben aufweist. Diese Kreativität wird ganz sicher weitergehen. Wir können uns damit anfreunden, wenn es sich im Rahmen des Alphabets bewegt. Und dies vermissen wir eindeutig bei den neuesten Versuchen zur Gleichstellung mit dem Stern (Schreiber*in u. a.).

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Aufdringlich: Aufbruch?

Es hat nicht unbedingt mit Weihnachten zu tun, wenn wir gleich nochmals auf den Stern, genauer: den Genderstern zu sprechen kommen. Der „Deutschen Sprachwelt“, der Plattform für alle, die Sprache lieben, Ausgabe Sommer 2020, entnehmen wir eine Stellungnahme der Evangelischen Kirche in Deutschland. Diese will sich von der Anrede „Brüder und Schwestern“ trennen und nach einem Ratsbeschluss vom 19. Juni zu einer geschlechtergerechten Sprache in schriftlichen Äußerungen der EKD übergehen, nicht etwa als Empfehlungen, sondern als knallharte Anweisung.

Nun stolpern wir alle ja seit geraumer Zeit über Pfleger*in, Politiker*in, Schüler*in und andere Beispiele. Demzufolge können wir im religiösen Sprachgebrauch mit Hilfe des Gendersterns nur noch von Sünder*innen sprechen. Laut der Schöpfungsgeschichte steht ihn als Mann und sie als Frau. Doch für die EKD und deren Genderideologen scheinen inzwischen entsprechend weltlichem Personenstandsgesetz die „diversen Möglichkeiten“ nicht mehr erforderlich zu sein, sich für ein Geschlecht zu entscheiden. Allerdings heißt es in einem Faltblatt: „Sie ist unser bester Mann“; vor diesem Hintergrund sollen wohl „liebe Geschwister“ oder „sehr geehrte Anwesende“ (statt Damen und Herren) stehen.

Außerdem werden „jeder“ und „keiner“ durch „alle“ und „niemand“ ersetzt, was man vielleicht noch hinnehmen kann. Bedenklich wird es bei „Spendenden“ statt Spender oder gar bei „Pflegekräften“ statt Pfleger. Was erkennen wir? Die gezielte Ansprache entwickelt sich zum Unpersönlichen, Neutralen, Anonymen, verliert also an Ästhetik, eine um sich greifende Entwicklung in dieser Zeit. Und klar: Damit einhergehend merzen wir auch gleich ungeliebte Wörter wie Rasse aus, reformieren die Gesangbücher entsprechend und vergraulen einen großen Teil der letzten Kirchenmitglieder, nachdem beide großen Kirchen in 2019 ohnehin bereits eine halbe Million Menschen verloren haben.

Mancher*e(!?) wird sich in diesem Zusammenhang sicher fragen, ob unsere Gesellschaft wohl keine anderen Sorgen hat. Die zitierten Anmerkungen stehen ja nur beispielhaft: Müssen wir uns immer mehr der deutschen Sprache gegenüber versündigen? Ist es nicht tröstlich, dass sich auch Sprachsünder den eigentlichen Problemen nicht entziehen können? Aber der „Verwaisende“ folgt lieber dem Genderstern, nicht nur in der Kirche. – Dies gerade mal eben zum „Innensternchen“.

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Nachruf (oder Aufgabe)

Am 5. November ging im 91. Lebensjahr unser Freund

Ewald Wesemann

von uns. Er war zwar nicht Mitglied in unserem Verein, aber als Ehemann seiner vor fast sechs Jahren verstorbenen Ehefrau Marlys uns und unserer Arbeit stets verbundener guter Freund, der uns bis zuletzt stets auch materiell unterstützte.

Er stand immer mitten im Leben, hat sich in bewundernswerter Form gerade auch als Witwer vor allem als Hausmann verselbständigt. Noch im Oktober feierte er mit Familie und Freunden seinen 90. Geburtstag. Danach verließen ihn zusehends seine Kräfte; und nun beschloss er, einfach nicht mehr aufzuwachsen. Er ruhe in Frieden. Wir werden ihm weiter sehr dankbar sein.

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zu früheren Vereinsmitteilungen


Zuletzt aktualisiert: 29.01.2021

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