Stenografen-Verein Goslar E. V.

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Aus den Vereinsmitteilungen


 Mai/Juni 2020

         Langeweile      Corona           Seniorenmeisterschaften      Stress      Norddeutsche Meisterschaften in Goslar   
   
  

Weitgehend: Langeweile

Einige wenige unserer Mitmenschen werden fragen, was das ist; weitaus mehr werden aber wie wir die übliche Zielstrebigkeit mit exakter Planung, Zielführung, Ergebnissen vermissen. Der Begriff hat seinen Ursprung im 17. Jahrhundert, wurde über die mehr als drei Jahrhunderte sicher immer wieder unterschiedlich ausgelegt unter dem Einfluss der verschiedensten Lebensvoraussetzungen und -umstände, die immer auch individuell geprägt waren und sind. Klar ist aber auch, dass die Empfindungen von Lang(e)weile wegen der zunehmenden Vielfalt gerade jüngst verblasst sind; das Gefühl passt nicht mehr in unsere schnelllebige Zeit.

Am 11. März stellten wir im Zuge der politischen Auflagen unsere Arbeit ein in der Hoffnung, dass mit den verlängerten Osterferien dieses verordnete Arbeitsverbot enden würde. Bei Erstellung dieser Vereinsmitteilungen – Mitte April – lebt zwar diese Hoffnung noch, das Licht am Ende des dunklen Tunnels ist jedoch kaum zu erkennen. So gerne hätten wir an dieser Stelle über gute Leistungen unserer Wettschreiber/innen bei den Stadtmeisterschaften, über bemerkenswerte Fortschritte unserer Grundkursteilnehmer oder auch über die Entscheidungen der Bundesmitgliederversammlung berichtet; - leider wegen Absage Fehlanzeige! Aber es geht noch weiter: Keine Steno-Tea-Time, keine Deutschen Meisterschaften (Worms), nicht einmal der Steno-Stammtisch kann sich derzeit mangels Gaststätte treffen.

Auch unter dem Aspekt, dass man im privaten wie im „geschäftlichen“ Bereich irgendwann einmal die „Schmortöpfe“ aufgearbeitet hat, kann man das Gefühl von Langeweile nun nicht mehr ganz vermeiden. Noch wissen wir nicht, wie und wann wir unsere Aus- und Fortbildungsarbeit fortsetzen können, ob die Sommerwochen von der Politik neu strukturiert werden, ob wir in den nächsten Wochen und Monaten die Zeit finden werden, Versäumtes nachzuholen, ob wir zum Ende des Semesters gesetzte Ziele doch erreichen!

Wir stellen in Aussicht, dass jeder aktive Stenograf und/oder Tastschreiber sich darauf einstellen sollte, plötzlich von einem Tag zum nächsten die unterbrochene Arbeit mit vollem Elan wieder aufnehmen zu können. Ob dies allerdings so und vor allem wann zutreffen wird, das steht in den Sternen.

Vieles haben wir in diesen Wochen über Digital Learning, über Homeoffice gehört. Natürlich gilt dies irgendwie auch für uns Schnellschreiber. Und doch wissen wir, dass autodidaktisches Trainieren sehr stark innerer Einstellung bedarf, dass die Überwindung des „inneren Schweinehundes“ gegenüber dem gemeinsamen Training in der Gruppe ein dickes Prob-lem darstellt. Da man bekanntlich nichts verallgemeinern sollte, hier aber doch die Empfehlungen für die Stenografen: Kürzel- und Geläufigkeitsübungen für die Automatisierung; für die Tastschreiber: Griff-, Zeilen-, Blockübungen für die Griffsicherheit; für die Textbearbeiter: Ausweitung des Korrekturrepertoires sowie Ortungsautomatisierung für die zeitlichen Ansprüche; und für alles gilt Intervall- und Ausdauerübungen für die Schreibschnelligkeit. Probieren geht über Studieren, auch wenn man den Tritt in einen gewissen Körperteil benötigt.

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Überall: CORONA

COVID-19 … Infektion … Epidemie … Pandemie …, dies sind die Schlagwörter dieser Tage! Ein kleines, mit menschlichem Auge nicht wahrnehmbares Virus hält seit Mitte März auch bei uns im Lande die Menschheit in Atem. Die Herkunft ist unklar, aber auf den Menschen fokussiert, unsichtbar, zäh, anpassungsfähig beeinträchtigt es massiv unser aller Leben, dieser Winzling, der vergrößert auf Tennisballgröße vergleichsweise den Menschen zu einer Größe von 800 km ausdehnen würde.

Es ist unvorstellbar, wie durchdringend das Virus die Gesellschaften, Wirtschaft, Verkehr, einfach alles in der und um die Welt beeinflusst. Immer wieder seit Bestehen der Menschheit haben wir uns mit Epidemien wie Grippe, Pocken, Pest, Ebola und anderen auseinandersetzen müssen, und doch kann Corona trotz einer enormen medizinischen Entwicklung uns derart aus dem Gleichgewicht bringen. Wir haben es uns in unsere Welt geholt und nicht bedacht, wie schlecht vorbereitet wir an sich sind. Ist es die Macht der Naturgesetze, oder sorgen einmal mehr die Medien für die globale Panik?

Selten zuvor hat ein solcher Ausnahmezustand mit täglich neuen Zahlen von Infizierten und Toten bei jedem von uns das Leben beeinträchtigt mit Ausgangs- und Reisebeschränkungen, wirtschaftlichem Niedergang, Vermögensverlusten und anderem mehr. Schlimmer ist jedoch, dass die Psyche und die Geduld bei vielen Mitmenschen an ihre Grenzen gelangen. Zwar stellen wir im Zuge der „angedrohten“ Digitalisierung durchaus gute Ansätze bei Homeoffice, Digital Learning und -betreuung, Online­konsum und Ähnlichem fest; aber ob sich da nicht Egoismus (Gier, Macht) und Solidarität (Hilfe, Unterstützung) weiter auseinanderentwickeln und Kompromisse erschweren, bleibt abzuwarten.

Besonders in der großen Politik und in den begleitenden Bereichen zeichnet sich doch ab, dass zum Beispiel USA, China, Russland und andere keine „Freunde“ benötigen, nur eigene Interessen stehen im Zenit. Der erkennbare Ausweg über vielfältige Stiftungen wird wohl nur bedingt Lösungen aufzeigen bzw. garantieren; und wenn wir national schon von zunehmender staatlicher Regulierung hören, muss wohl auch erst abgewartet werden, ob Arbeitslosigkeit oder Bruttoinlandsprodukt davon profitieren können.

Eine spannende Zeit steht uns bevor; wir müssen abwarten.

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Theorie: Perspektive

Unser Frühjahrssemester endet aus heutiger Sicht am 13. Juli. Nach mindestens fünf Wochen Osterpause bedeutet dies, dass noch knapp zwölf Wochen verbleiben könnten, wenn sich der unumgängliche Substanzverlust so begrenzen ließe. Aber: Wir haben es nicht in der Hand, wann wir wieder Zugang zu Schulen und Unterrichtsräumen bekommen. Vielleicht erfüllt sich unsere Zuversicht ja schon in den nächsten Tagen mit neuen Entscheidungen zu diesen Rahmenbedingungen.

Bis dahin auf alle Fälle: Soziale Kontakte einschränken, den Mindestabstand einhalten ebenso wie eventuell weitere Schutzvorschriften; und dann: Warten! Und warten! Das ist schon ein Stück weit sozial; aber wie ist das mit den Kontakten? Worüber sollen wir berichten? „Es wird schon wieder werden.“ Lesen Sie weiter; vielleicht kommen Sie auf diesen oder jenen Gedanken und bemühen sich um Kontakt.

- Ganz besonders die letzte Seite empfehlen wir Ihrer/Deiner Aufmerksamkeit! -

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Ausblick: Schleswig

Ohne auch nur den geringsten Ansatz von Verbindlichkeit weisen wir darauf hin, dass am 29. August für einen Teil von uns rein theoretisch eine Chance für eine Stenoreise bestehen könnte: Schleswig im hohen Norden ist das Ziel … für die Deutschen Seniorenmeisterschaften in Kurzschrift und in Texterfassung (20 Minuten); Voraussetzung ist das Mindestalter von 50 Jahren. Im Moment ist dieser Wettbewerb noch akut, was sich jedoch im Sog der anderen Bundeswettschreiben ganz schnell ändern kann. „Gewehr bei Fuß“ kann die Parole nur lauten, das heißt aber eben, dass die Vereinsführung die Situation jederzeit im Blick haben muss. – Wer über den bekannten Kreis hinaus mit in das Land zwischen den Meeren will, die oder der sollte es kundtun.

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Die Last: der Stress

Gerade die jetzige Zeit mit den zahlreichen Unsicherheiten, mit Untätigkeit und Unruhe führt dieses Empfinden immer wieder deutlich vor Augen. Die Frage, seit wann es überhaupt Stress gibt für uns Menschen, ist nicht genau zu beantworten, zumal der Begriff an sich relativ spät 1936 vom österreichisch-kanadischen Biochemiker und Mediziner Hans Selye begründet wurde. Wahrscheinlich litten aber bereits die Steinzeitmenschen unter diesem Phänomen, ohne es zu kennen.

Im Ursprung leitet sich der Stress aus dem Lateinischen ab. Wer aber macht sich Gedanken darüber, dass es sowohl den negativen Disstress (lat.) wie den positiven Eustress (griech.) gibt, was natürlich grundsätzlich der subjektiven Sichtweise unterliegt? Das wiederum ändert nichts daran, dass dem Stress schon von vornherein die negative Auslegung anhaftet und dass jeder Mensch versucht, diesen Disstress zu reduzieren.

Kennt jemand das Mittel, besonders in der gegenwärtigen Corona-Phase zum einen zwischen beiden Formen zu unterscheiden und dann die erkennbare Deutung spürbar anzugehen? Wahrscheinlich werden wir wohl letztlich die bequemere (?) Form vorziehen, bevor wir uns geistig oder psychisch überfordern.

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Virusfrei: Verbandsmeisterschaften

Sollte uns die Corona-Pandemie jemals wieder den Zugang zu Schule, Hotels und Gaststätten freigeben, sollten in der Folge soziale Kontakte mit Menschengruppen wieder natürlich werden, sollten die Schreibfertigkeiten unserer Wettschreiber von Flensburg bis Einbeck bis dahin nicht verkümmert sein, dann werden am

26./27. September 2020 die Norddeutschen Meisterschaften
in Kurzschrift, Texterfassung, Textbearbeitung und Textverarbeitung

hier in Goslar stattfinden.

Auch wenn bis dahin noch knapp fünf Monate Zeit sind, erwarten wir für diesen Fall zuallererst natürlich die quantitative Resonanz aus den verbliebenen norddeutschen Vereinen bzw. dementsprechend qualitative Ergebnisse … von uns als Gastgebern, von den betroffenen Schnellschreibern aus nah und fern, insbesondere logischerweise von unserer Equipe als Bestätigung insgesamt für Goslars Leistungsstärke.

Wir sind uns bewusst, dass diese unsere Erwartung sowohl des psychischen wie des physischen Einsatzes eines jeden unserer Mitglieder bedarf. Auch wenn wir unter normalen Bedingungen „nur“ mit gut fünfzig Wettschreiberinnen und Wettschreibern bzw. etwa achtzig Teilnehmern in der Summe rechnen, erfordert diese Verbandsveranstaltung unseren „vollen Einsatz“, der dadurch erschwert wird, dass der frühere „harte“ Kern nicht mehr in bekannter Größe zur Verfügung steht. Mit diesem „Rundumschlag“ appellieren wir demzufolge an alle unsere Mitglieder – auch die Wettschreiber/innen –, uns ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit zu erklären; dafür hier die Einsatzmöglichkeiten:

Samstag/vormittags Helfer bei PC-Wettbewerben
Samstag/nachmittags Helfer bei Kurzschrift einschließlich Vorkorrektur
Samstag/nachmittags Betreuung auswärtiger Teilnehmer
Samstag/ganztägig Hilfe in Cafeteria (Schule)
Samstag/abends Background bei geselligem Treffen in einer Gaststätte
Sonntag/vormittags Rahmen bei Siegerehrung in BBS Am Stadtgarten/Aula, voraussichtlich mit Stühletransport

Diese Übersicht erhebt einen Anspruch auf Vollständigkeit, weil Etliches noch nicht absehbar ist. Genau deswegen aber gehen wir mit unserer Planung schon jetzt an die Dinge heran, um das „Gerüst“ noch vor den Sommerferien stehen bzw. in der Endphase ein Mitarbeiterkontingent verfügbar zu haben. Ein jeder weiß doch, dass zum Schluss meist ein Zeitdruck kaum zu vermeiden ist.

Wir rufen auf diesem Wege auf, uns zu zeigen, dass er oder sie – auch Partner – „mitziehen“ und uns dabei unterstützen wollen, noch einmal einen „guten Eindruck“ bei unseren norddeutschen Gästen zu machen. Für die Bereitschaft danken wir schon jetzt. Sprechen Sie sich ruhig mit Vereinskollegen, die diesen Aufruf vielleicht noch nicht gelesen haben, ab; vor allem aber lassen Sie uns Ihre Bereitschaft wissen … schon ganz bald (bevor diese in Vergessenheit gerät).

Der Vereinsvorstand

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Zuletzt aktualisiert: 01.05.2020

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