Stenografen-Verein Goslar E. V.

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Aus den Vereinsmitteilungen


 Juli/August 2020

            Corona - die Pandemie            Neues Semester  
   Norddeutsche Meisterschaften in Goslar      Nachruf Gitta Schmidthals
     

Üblicherweise erwarten Sie zu dieser Zeit an dieser Stelle kurze Anmerkungen zu einem arbeitsreichen, erfolgreichen Frühjahrssemester, einer fälligen schöpferischen Pause mit Vermeidung des „Sommerlochs“, gleichzeitig verbunden mit unserem Moralappell, nicht über Gebühr an Substanz zu verlieren.

Die immer noch bestimmenden Einschränkungen sowie die damit verknüpften Vorbehalte bieten jedoch hierfür keine Grundlage; vielmehr gewinnt das Verlangen nach Ordnung und System in weiten Teilen unserer Gesellschaft wieder Oberhand, zählbare Ergebnisse werden schmerzlich vermisst. Noch beherrscht uns wohl unverändert die Vorstellung, aus positiven wie aus negativen Momenten – wie im Sport – neue Ziele zu entwickeln und zu verwirklichen, eigenen Leistungsstand daran auszurichten.

Stillstand ist Rückgang! Diese Erkenntnis gilt nach wie vor und nach viermonatiger Pause bei strebsamen Stenografen und Tastschreibern wohl auch erst recht. Und wir stehen in unserem „Geschäft“ ständig bereit, mit Rat und Tat die ideelle Unterstützung zu gewähren. Wir hoffen, dass die zweite Jahreshälfte uns in der gewohnten Qualität die Chancen dafür eröffnet.



Corona … die Pandemie

Hygiene oder zweite Welle? Persönliche Disziplin oder Gruppenrisiken? Fußballbundesliga oder Schulbildung? Datenschutz oder Datenfreigabe? Bundeseinheitliche Regeln oder Länderkompetenz? Hausarrest oder Reisefreiheit? Seit über einem Vierteljahr sehen, hören, lesen wir kaum etwas anderes, aber noch etliches mehr zu diesem weltbeherrschenden Thema. Inzwischen haben wir ihn, den alle Segmente beeinträchtigenden „Flickenteppich“, um den uns wohl kaum die ganze Welt beneidet. Vielmehr sind und waren dies die abrupten und strikten, vor allem einheitlichen Sicherheitsmaßnahmen, mit denen wir uns viel Respekt verschafft hatten.

Sie meinen, dies stimmt so nicht? Aus aktueller Anschauung können wir Ihnen empfehlen: Fahren Sie doch einmal mit dem Auto von Mecklenburg-Vorpommern über Brandenburg/Berlin, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wieder gen Heimat und versuchen Sie, in einer Autobahnraststätte einzukehren. Oder schulen Sie umzugsbedingt ihre drei Kinder in unterschiedlichen Schulen um. Diese Kette an Möglichkeiten kann man unbegrenzt erweitern … im Gegensatz zu Infektionsketten, die ja jetzt durch die neue Corona-App verbindlich reglementiert werden sollen. Aber:
Voraussetzung ist die freiwillige Registrierung.

Völlig offen bleibt derzeit noch das weltweite Bemühen um einen Impfstoff oder ein Medikament, vor allem hinsichtlich der propagierten globalen Versorgung. Bei allen Situationen und Entwicklungen bleibt generell ziemlich sicher auch und besonders nach vier Monaten nur das Hoffen … von Woche zu Woche, ob mit Großzügigkeit, Nachlässigkeit, Leichtsinn oder anderem eine Neuinfektion mit Verschärfung und Auflagen beherrscht werden können. Ein wenig mehr Planungssicherheit täte uns allen gut … an welcher Stelle auch immer!

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Corona … im Stenoverein

Gezwungenermaßen ruhte unser Unterrichtsbetrieb in 14 Wochen der letzten vier Monate, also über 80 Prozent vom Soll. Das war für alle betroffenen Mitglieder und Lehrgangsteilnehmer schon ganz schön hart. Auch wenn wir am 3. Juni bzw. mit der Fortbildung am 8. Juni wieder einsteigen durften, die Zielsetzung für das Frühjahrssemester lag und liegt in weiter Ferne, zumal ja auch alle Wettbewerbe – nicht nur im ersten Halbjahr 2020 – der Pandemie zum Opfer fielen und noch fallen.

Aber: Unseren im Februar gestarteten PC-Tastschreib-Schülerkurs konnten wir vertragsgemäß fortsetzen; wenn alle „mitziehen“, werden wir diesen wie geplant im Juli, also vor den Sommerferien beenden. Für alle anderen Kursteilnehmer gilt: Nach den besagten 14 bieten immerhin fünf Wochen die Chance zum Nacharbeiten, wonach dann erst einmal – aus heutiger Sicht – sechs Wochen Pause folgen, um schließlich Ende August – unter Vorbehalt – ins Herbstsemester zu starten. Was dies beispielsweise für die geplanten Norddeutschen Meisterschaften in Goslar bedeuten kann, lesen Sie an anderer Stelle.

In der Einschätzung bzw. Festigung von Silben, Anschlägen, Textbearbeitungen erfordert diese Situation eine bemerkenswert stabile Grundeinstellung, wenn der gewohnte Ehrgeiz mit Fleiß und Zielstrebigkeit umgesetzt und damit die angepeilten Leistungsziele erreicht werden sollen. Wir können wirklich nur mit Nachdruck hoffen, dass die allgemeine Panikmache und die erkennbare Verschwörungstheorie in unseren Reihen nicht etwa zu Mutlosigkeit bzw. Aufgabe und in der Folge zu desaströsen, allgemeingültigen Entscheidungen führen. Dafür sind gerade in unsicheren Zeiten unsere Schreibfertigkeiten im Sinne von Eigenständigkeit viel zu wertvoll; und daran wird auch die viel gerühmte Digitalisierung kaum etwas ändern.

Könner können auch weiterhin Wort, Geist und Schrift rationeller miteinander verknüpfen, Könner sind einfach auch schneller als andere, vor allem insbesondere mit dem PC. Auch wenn das Jahr 2020 die Erwartungen nicht erfüllen und viele Wünsche offen lassen wird, wir müssen uns Tatkraft, Hemdsärmeligkeit und auch ein Quäntchen Humor erhalten; sarkastisch betrachtet haben wir uns ja jetzt viele Wochen „geschont“, und dank Corona verlängert dies nach hinten heraus unsere Lebenserwartung. Gehen wir es so bald wie möglich vehement an, wir helfen jedem … bei welchem Einsatz auch immer.

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Neues Semester … bestimmt?

Die Redaktionsfristen unserer „GStZ“ können den ständigen Änderungen der Rahmenbedingungen beim besten Willen nicht standhalten. Aus heutiger Sicht und im Vertrauen auf Lockerungen in den bevorstehenden Wochen vor allem im niedersächsischen Schulbetrieb, dennoch allerdings mit leichten Falten auf der Stirn, gehen wir davon aus, dass wir am 31. August 2020 unser Herbstsemester beginnen, also – zunächst in den Fortbildungskursen – unsere Arbeit wieder aufnehmen.

Am 14. September dann (Kurzschrift) bzw. am 16. September (Zehnfingertastschreiben) wollen wir in Anlehnung an das Vhs-Programm unsere neuen Grundkurse für Anfänger starten. Dabei hoffen wir einmal mehr auf ausreichende Teilnehmer, wobei uns unser Schülerkurs „Flinke Tasten“ besonders am Herzen liegt. Generell bedarf es intensiver Werbung. Und obwohl wir wie gewohnt frühzeitig die einschlägigen Schulen informieren und mit Flyern ausstatten werden, die wirkungsvollste Form der Werbung ist der überzeugende Dialog unserer Mitglieder und ehemaligen Teilnehmer. Einmal mehr bitten wir alle mit uns verbundenen Schriftkundigen um diese Unterstützung … auch mit dem Hinweis auf sich neu darstellende (zeitliche) Möglichkeiten für die bereits erwähnten Anwendungen.

Im Anschluss klärt der Unterrichtsplan für das Herbstsemester manche Frage; für weitere Auskünfte stehen wir wie immer jederzeit zur Verfügung.

>> Unterrichtsangebot

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2020 – das verlorene Jahr

Seit 17. Juni steht fest, dass auch die

Norddeutschen Meisterschaften am 26./27. September

in Goslar am Harz ein schöner Plan waren. Die für die drei betroffenen Bundesländer Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein maßgeblichen Corona-Bestimmungen auf aktuellem Stand waren nicht auf einen für alle verbindlichen Nenner zu bringen. Diese (unsere) Meisterschaften sind abgesagt.

Die gemeinsamen Aufgaben wurden zunächst durch den Verzicht Hessens in Frage gestellt; die zur Risikogruppe zählenden Wettschreiber/innen in Schleswig-Holstein hatte der Mut verlassen; die um zwei Wochen versetzten Sommerferien dort gegenüber Niedersachsen schränken nach der langen Unterbrechung für den anderen Teil der Schreiber die Trainingsmöglichkeiten maßgeblich ein, sodass dem Vorstand unseres Verbandes sowie den federführenden Funktionären letztendlich das wirtschaftliche Risiko dieser Meisterschaften zu hoch ist.

Die Entscheidung ist zwar überaus bedauerlich, aber ein Wettschreibabschluss für dieses „Seuchenjahr“ 2020 wohl hinnehmbar, wenn derselbe und die dann geltenden Bedingungen einen Ausgleich im kommenden Jahr erlauben. Unter diesen Voraussetzungen ist wahrscheinlich auch die Austragung in Goslar vorstellbar. Also: Alle Kräfte konservieren und … durchhalten. Wir werden uns auch insgesamt bewähren.

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Ruhe sanft, liebe Gitta!

Nach langer Krankheit mit verschiedenen Rückschlägen sowie dadurch bedingt zuletzt dem Aufenthalt im AWO-Seniorenheim Krugwiese entschlief unsere Brigitta Schmidthals geborene Gutzeit am 19. Juni sanft und ruhig. Sie wurde 76 Jahre alt, gehörte seit 1960 unserem Verein an, machte als erfolgreiche Wettschreiberin ihren Weg und qualifizierte sich in der Steigerung ihrer Verwaltungsausbildung schon bald zur staatlich geprüften Fachlehrerin. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit an der Realschule Oker erfüllte sie als Unterrichtsleiterin ihre fachliche und humane Aufgabe bei uns viele Jahre lang mit Bravour.

Als Mitglied des „harten Kerns“ stand sie jederzeit bereit, wenn „Not an der Frau“ war; sie hat sich in der Historie unseres Vereins verewigt, und wir danken ihr dafür und für ihre stete Solidarität. Nun wünschen wir ihr ihren ewigen Frieden, den sie vereinbarungsgemäß am Ende aller Tage zusammen mit unserem Mitglied Hans Georg Schmidthals verbringen wird; ihm gilt jetzt unsere freundschaftliche Verbundenheit und unsere herzliche Anteilnahme.

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Zuletzt aktualisiert: 01.07.2020

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