Stenografen-Verein Goslar E. V.

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 Juli/August 2021

     Neues Semester       Bundesjugendschreiben 2021       Wiederaufnahme Schulbetrieb?  
    Deutscher Stenografenbund      Neue Wörter       

Herbst-Semester … leeres Stroh?

Bei allem Hin und Her, trotz noch nicht absehbarer Lockerungen in den Hygiene-Auflagen mit dem Unterschied in der Zuständigkeit und Auslegung von schulischer gegenüber Erwachsenenbildung nehmen wir all unseren Mut zusammen und planen das kommende, unser Herbstsemester, „ganz normal“.

Bestimmt durch die niedersächsische Ferienordnung bedeutet dies aus heutiger Sicht, dass wir am Montag, 6. September unsere außergewöhnlich lange Fortbildung entsprechend Plan fortsetzen. – Unsere nächsten Grundkurse in Kurzschrift (ab 27.09.) sowie im Tastschreiben (für Schüler- und Abendkurs ab 29.09.) stehen im Vordergrund unserer Bemühungen … trotz der herrschenden Unsicherheiten.

Schließlich haben nicht nur wir nach der unproduktiven Zeit deutlichen Nachholbedarf, sondern insbesondere unter den Schülern müssen ungenutzte Potenziale angesprochen, überzeugt und geworben werden. Wie üblich werden wir alle einschlägigen Schulen mit unserer Werbung versorgen, die persönliche Ansprache allerdings ist allemal wirkungsvoller.

Bemühen wir uns also alle miteinander, unsere Angebote – schon allein mangels anderer Alternativen – an die Tastschreibanwärter zu bringen. Was stets schon lebenslang von unermesslichem Vorteil gewesen ist, kann durch Homeschooling bzw. -office nicht an Wert verloren haben.



BJS … realistisch?

Die Bundesjugend für Computer, Kurzschrift und Medien im Deutschen Stenografenbund (BJCKM) hat ihr diesjähriges Bundesjugendschreiben – das 48. in jährlicher Folge – über den ohnehin bereits berücksichtigten Termin hinaus nun bis zum 30. September verlängert. Also auch nach den wechselhaften Sommerferien können wir Leistungen unserer jugendlichen Wettschreiber*innen in die nationale Auswertung in den verschiedenen Altersklassen einfließen lassen.

Dieser Wettbewerb hat naturgemäß – auch wirtschaftlich – besonders unter den vielen Einschränkungen gelitten, weil der Löwenanteil an Ergebnissen von den teilnehmenden Schulen geliefert wird. Für den Wiedergewinn bisheriger Schlagkraft wird gerade hier eine weitere riesige Hürde zu überwinden sein auf dem Weg zu altem Niveau.

Weil aber die Leistungsurkunden etwas Besonderes sind, sollten wir die öffentliche Wirkung nicht geringschätzen. Wir werden in den nächsten Wochen überdenken, ob wir nicht gerade in der misslichen Situation gleich zu Beginn des Herbstsemesters hier unseren Nachwuchsschreiber*innen die verdiente Chance einräumen.

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Lage einschätzen?

Seit vielen Monaten versuchen wir, unseren Regelbetrieb wiederherzustellen, aber die Inzidenzen und die damit verbundenen Hygienevorschriften in der BBS und in der Gastronomie ließen es nicht zu. Keine Frage, dass dies alles sehr unbefriedigend ist; was uns neben der kompletten „Lähmung“ am allermeisten beschäftigt, ist die Perspektive unserer Wettschreiber, für die den alten „Schwung“ wiederzugewinnen am Ende doch wohl sehr schwierig sein könnte.

Da nützte es auch gar nichts, dass wir Mitte Juni Kurse hätten fortsetzen können; denn Abstand, Atemschutz, Test wären nicht umzusetzen gewesen. Also warten wir die sieben Wochen hinsichtlich Lockerungen noch ab und sind allzeit bereit, damit wir uns vor den Sommerferien doch noch ein oder mehrere Male „in alter Frische“ wiedersehen. Schön wäre dies allein deswegen, damit wir uns zum neuen Semester ab 6. September nicht allzu fremd geworden sind.

Allerdings wird jeder selbst und für sich entscheiden müssen, was sie oder er zur Stabilisierung vorheriger Schreibfertigkeit tun kann. Die Möglichkeiten dafür sind hinlänglich bekannt, den berühmten „Tritt“ muss sich jeder selbst geben. Und wer den Impuls bzw. die Methodik dafür nicht findet: Die Kursleiterin steht ohne jeden Zweifel mit Rat und Tat zur Seite. Bleiben Sie „am Ball“, damit nicht der herrschenden Enttäuschung die nächste folgt. Durchhalten!

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Stillstand überregional?

Ja! Leider! Erstmals in seiner Geschichte hat der Deutsche Stenografenbund am 18. April seine Mitgliederversammlung mit immerhin 31 Teilnehmern virtuell durchgeführt. Alle Regularien konnten so ordnungsgemäß und reibungslos abgewickelt werden. Dies gilt insbesondere für die fälligen Neuwahlen, die nicht nur die bisherige Besetzung des Präsidiums – unter anderem aus unserem Verein Regina Groth als Schriftführerin und Eckehardt Hubitschka als Rechnungsprüfer – bestätigten, sondern sogar mit Schriftfreund Dr. Koch aus Langen zum bislang vakanten zweiten Vizepräsidenten führten.

Ein weiterer ebenso wichtiger wie komplexer Gesprächspunkt – per Video – waren und sind die vorgesehenen Wettschreibtermine. Für das laufende Jahr abgesagt: Deutsche Meisterschaften in Bad Breisig sowie Deutsche Seniorenmeisterschaften in Schleswig; dagegen soll aus jetziger Sicht einzig das Bundespokalschreiben am 14. November in Apolda stattfinden.

Für 2022 ist zunächst das komplette Programm vorgesehen: Mitgliederversammlung am 24.04., Deutsche Meisterschaften wahrscheinlich Himmelfahrt in Worms (wenn uns nicht 500 Jahre Reichstag in die Quere kommen), Seniorenmeisterschaften in Langen, Bundespokalschreiben in Öhringen. Die Vorstellungen – natürlich noch immer pandemieabhängig – für die Folgejahre 2023 und 2024 sind eben deshalb, aber auch wegen fehlender Bereitschaft geeigneter Vereine sehr vage, müssen also noch von Grund auf erörtert werden. Für die gesamtstenografische Szene gilt es, Möglichkeiten zu erkennen, abzuklären und zu entscheiden. Freiwillige vor! Diese Vakanz gilt genauso für unser Fachorgan „Deutsche Stenografenzeitung“, für die seit Längerem informative oder qualifizierte Beiträge nahezu völlig fehlen. Nach „dem Rückzug“ des Schriftleiters Roman Hoos bleibt abzuwarten, in welcher gedruckten oder digitalen Form künftig kompetent und prompt Informationen an die deutschen Stenografenvereine gerichtet werden können.

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Wer zählt die Wörter,

kennt die Begriffe? Insbesondere die Printmedien überfüttern uns seit einiger Zeit mit Wörtern meist englischen Ursprungs, die wohl die wenigsten Menschen kennen oder aber verstehen. An Corona, Pandemie, Lockdown, Inzidenz, Priorisierung hat man sich einigermaßen gewöhnt, doch entgegen der Defizite in der Versorgung beispielsweise beim Impfen lassen Universitäten und Institute, Wissenschaftler und Autoren nichts unversucht, mit neuen Schöpfungen vor allem die Verunsicherung zu erhöhen:

Algorithmen, Bumble, Cuffing Season, Dating Doctor, FOBA, Ghosting, Hinge, Netflix, Slow Dating, Tinder sind nur einige vor allem dem Gebiet der Apps entnommenen Begriffe, die uns einem mehrseitigen Beitrag in einem bekannten Wochenmagazin begegneten zum Thema Dating-App. Welche Bildung muss man aufweisen, um das alles zu verstehen? Nur eines ist sicher: Mit allem wird Umsatz erzielt, ebenfalls unbegrenzt, wenn auch nicht dauerhaft. Nach Monaten der Isolation, da die Temperaturen steigen und die Gastronomie öffnet, ist „Baby, ich bin geimpft“ offensichtlich der Anmachspruch der Saison.

Und so entwickelte sich in diesem Lockdown ein völlig anderes Phänomen: Turbo-Beziehungen. Ohne Kinos und Restaurants fanden erste Treffen oft zu Hause statt; sozusagen von null auf gemeinsam Kochen und Rumgammeln in Rekordzeit, nach Möglichkeit exklusiv, weil man sich nicht ständig neu testen möchte. Eine Beziehung im Schnelldurchlauf also, zu schnell manchmal, eine Katastrophe für Paartherapeuten in dieser Beschleunigung.

Ist dies jedoch eine Art Trauma für die Gesellschaft, diese Suche nach Liebe bei den Singles, und ein riesiges Potenzial für bekannte und neue Forscher*innen. Vermutlich erleben wir gerade das Entstehen einer digitalen Meeting-Ökonomie. Social Discovery kann der nächste große Technologiemarkt mit neuer Musik, neuen Typen, neuen Dating-Apps werden, ohne bewährte Verhaltensformen. Post Covids, Podcasts u. a. sind angesagt.

Das möge einer verstehen!? Vielleicht nach den Virologen jetzt die Bürokratie im eingeschränkten Regelbetrieb mit Mansplaining, Blackfacing, Gendersternchen und anderem durch den Klimawandel und die Digitalisierung? Wir warten einfach ab.

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Zuletzt aktualisiert: 02.07.2021

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