Stenografen-Verein Goslar E. V.

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Aus den Vereinsmitteilungen


 September/Oktober 2021

     Neues Semester       Werbung       Vorteile Tastschreiben      Bundespokalschreiben 
    Vereinsehrenabend      Negativ ... positiv 

Vorher … nachher

Herbstsemester 2021: Wer scharrt nicht mit den Hufen? Zehn Monate Untätigkeit liegen hinter uns; es wird einige Wochen dauern, bis wir einschätzen können, wer sich mit welchem Abstand zu vorherigem Leistungsvermögen auseinandersetzen darf oder muss. Ab 6. September kann sich jeder Schriftkundige oder Schreibwillige – natürlich auch *in – in dem in unseren letzten Vereinsnachrichten veröffentlichten Unterrichtsplan orientieren, wo er die „ersten Hebel“ ansetzen will oder muss.

Aus Standortbestimmungen Unterrichtskonzepte zu entwickeln, wird die erste Aufgabe unserer beiden Unterrichtsleiterinnen sein. Gehen Sie davon aus, dass dabei kein Wunsch unerfüllt bleibt. Wichtig ist in erster Linie, dass Ehrgeiz und Einsatzbereitschaft wiederbelebt werden, damit die notwendigen Maßnahmen einvernehmlich und gemeinsam ergriffen und durchgezogen werden können. Nicht das Geringste hat sich an unserem Bestreben geändert, die wahrscheinlich zunächst unterschiedlichen Leistungen zügig wieder auf den notwendigen Nenner zu bringen nach dem unveränderten Motto: Schneller als andere.

Ein ganz dickes Fragezeichen schwebt über der Ausbildung von Anfängern in unseren Grundkursen, da wir uns im Vorfeld überhaupt kein Bild über allgemeine oder individuelle Einstellung der potenziellen Kursteilnehmer zu Schreibfertigkeit, zum Schreiben selbst, zu rationellem Schreiben machen können. Niemand weiß, welche Folgen die durch Pandemie aufgekommenen elektronischen Arbeitstechniken hier hinterlassen. Wir vertrauen darauf, dass sauberes, schnelles Schreiben nicht nur zeitliche Ressourcen eröffnet, sondern dass auch die Qualität der erschriebenen „Produkte“ wieder die frühere Bedeutung erreichen wird; denn beim Lesen empfangener Schriftstücke ist für die weitere Verarbeitung ohne jeden Zweifel das exakte Verständnis von entscheidendem Vorteil. Viele flüchtig erstellte Mails oder andere Kommunikation erfüllen diese Anforderung nicht.

Unser Unterrichtsplan bietet – immer in Verbindung mit dem Semesterbeginn der Vhs – die Kurse: Anfänger Kurzschrift, Beginn 27. September, 18:00 Uhr; Anfänger Zehnfingertastschreiben, Beginn 29. September, 18:30 Uhr; dies als „Flinke Tasten“/Schüler, Beginn 29. September, 16:45 Uhr, an.

Unabhängig von unserer üblichen Werbung über die allgemein- und fortbildenden Schulen lehrt uns die Erfahrung, dass die überzeugende Gewinnung von Anfängern durch erprobte Könner von Kurzschrift, Tastschreiben und Textverarbeitung oberste Bedeutung für uns hat. Nutzen Sie also die kommenden Wochen, künftige Mitglieder der „schreibenden Zunft“ von den beeindruckenden Vorteilen zu überzeugen.



Innere … äußere Werbung

Immer wieder einmal erwacht in uns der Gedanke an wirksame Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere wenn unsere Medien einmal nicht vorrangig über Katastrophen oder andere dramatische Ereignisse berichten, sondern sich – viel zu selten – ideeller und vielleicht kultureller Werte besinnen. Diese zu publizieren, auf elementare Bedeutung hinzuweisen, gehört ganz sicher, aber wohl immer weniger auch zu den Aufgaben von Presse, Funk, Fernsehen.

Allerdings obliegt es dem Konsumenten, noch mehr dem fachlich Engagierten, derartige Impulse in die Argumentation zu übernehmen, wieder einmal auf Situationen und Anliegen hinzuweisen. Im Juni beispielsweise berichtete eine führende Tageszeitung über den hessischen stenografischen Dienst und seinen Leiter, damit über den unermesslichen Wert der Kurzschrift in ihrer elitären Anwendung. Wir danken für die Zusendung dieses ausführlichen Berichts. Wer mag ihn gelesen haben … in Hessen und darüber hinaus?

Wir haben das Signal wahrgenommen, haben damit unsere subjektive Einschätzung bestätigt bekommen. An dieser Stelle nun müssten wir unser mehrfaches Plädoyer für unsere Kurzschrift wiederholen; allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, dass die schnelllebige technische Entwicklung nicht viel Platz lässt für die Schreibprofis. Und wer kann voraussagen, wie lange überhaupt und dann rationell = ästhetisch wir noch schreiben dürfen. Diese Unsicherheit bewegt zudem schon jetzt unsere Talente dazu, lieber gleich den  einfachen Weg zu wählen.

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Tasten … suchen

Warum sollten Menschen, vor allem Schüler, das Zehnfingertastschreiben erlernen? Diese Frage bewegt hin und wieder unsere Gesellschaft … nicht erst seit heute. Seit eh und je sowie in Verbindung mit jeder Tastatur bemühen wir uns, diese Frage an die potenziellen Kreise heranzutragen, Kandidaten für die jede Schreibarbeit unterstützende Fertigkeit zu finden und auszubilden. Gerade die letzten Monate mit dem deutlichen, wenn auch nicht immer effizienten Trend zur Elektronik (Computer, Notebook, iPhone u. a. m. rücken diese  Überlegungen noch mehr in den Vordergrund.

Wir fassen die Gedanken nochmals zusammen und geben sie als Argumente allen Schriftfreunden an die Hand in folgenden Thesen:

  1. Die Tastatur wird noch sehr lange die wichtigste Schnittstelle zwischen Mensch und Computer bleiben; deren systematische Bedienung erhöht die Effektivität und Produktivität beträchtlich.
  2. Durch das Erlernen der systematischen, beidhändigen Bedienung der Tastatur werden die koordinativen Fähigkeiten erhöht und die Belastungen für Sehnen und Nerven gemindert.
  3. Wer die Schreibfertigkeit mit Textverarbeitung am Computer koppelt, erhöht die Medienkompetenz beträchtlich.
  4. Die frühzeitige systematische Tastaturbedienung erübrigt aufwändige spätere Umlernprozesse.
  5. Da der Einsatz beider Hände bei der Bedienung einer Tastatur durch die jeweils entgegengesetzte Hirnhälfte erfolgt, wird nicht nur die Interaktion beider Hälften gestärkt, sondern auch die koordinative Fähigkeit.
  6. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass die intensiven Hand-Finger-Bewegungen beim Schreiben und beim Musizieren (Klavier) die Hirndurchblutung deutlich verbessern und darüber hinaus andere Bereiche (Mathematik) fördern.
  7. Nach rund 35 Unterrichtsstunden in Tastschreiben bzw. Textverarbeitung ist die Schnelligkeit gegenüber der Handschrift leicht zu verdoppeln, bringt somit unendlichen Zeitgewinn neben der grundsätzlichen Schreibsicherheit sowie der Konzentrationsfähigkeit.
  8. Das flankierende mentale Training erhöht die Aneignungsgeschwindigkeit, verbessert die Reflexion der Arbeitshaltung und entspricht in Koppelung mit praktischem Training den unterschiedlichsten Lerntypen … bei Schülern und Erwachsenen.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das Erlernen des Zehnfingertastschreibens nicht nur die Aneignung einer wertvollen sensomotorischen Fertigkeit bedeutet, sondern dass dies nicht zu unterschätzende positive Effekte auf die Persönlichkeits- und Leistungsentwicklung ausübt.

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Schnell … warten

Es soll doch wieder Leben in unser „stenografisches Haus“ kommen: Nach vorheriger Ankündigung hat der Deutsche Stenografenbund im Juni entschieden, als einzige Meisterschaft in diesem Jahr das 32. Bundespokalschreiben am 6. November 2021 in Apolda (Thüringen) auszuschreiben. - Zwar spricht dieser für Verbandsmannschaften installierte Wettbewerb nur die Spitzenschreiber/innen des Norddeutschen Stenografenverbandes (Flensburg, Goslar, Schleswig, Soltau) in den Disziplinen Kurzschrift, Texterfassung, Textbearbeitung an, doch mehr als ein Drittel Anteil aus unserem Verein werden mitwirken, wenn es die Erfolge der vergangenen Jahre zu wiederholen gilt: 1 x Erster, 2 x Zweiter vor zwei Jahren. – Unsere nicht aktiven Wettschreiber und alle übrigen Mitglieder dürfen auf alle Fälle die Daumen drücken.

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Fern … nah

Nach zwei Jahren nun ein erneuter Versuch: Im Vertrauen darauf, dass keinerlei Einschränkungen aus Richtung Corona entgegenstehen werden, dass unsere Mitglieder und vor allem die langjährigen von ihnen für einen Abend die verständliche Verunsicherung und Zurückhaltung ablegen können, laden wir alle Mitglieder sowie deren Partner zu unserem Vereinsehrenabend am Samstag, 20. November 2021, 19:00 Uhr im H+ Hotel, Krugwiese 11 A, Goslar, sehr herzlich ein. - Wir hoffen doch, dass die herrschende „Starre“ ohne Risiko gebrochen werden kann, dass wir uns noch wiedererkennen, dass wir einen harmonischen und abwechslungsreichen, gesprächsintensiven Abend verleben sowie geistige und körperliche Kost genießen dürfen. - Wie üblich ergehen zu gegebener Zeit schriftliche Einladungen an unsere langjährigen Mitglieder, wenngleich durch letzte Entwicklung bedingt grundsätzlich alle eingeladen sind und wir die „angeborene“ Rolle in unserer Stenofamilie erfüllen werden.

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Negativ … positiv

All unseren treuen, loyalen und solidarischen Mitgliedern möchten wir nicht vorenthalten, dass Corona auch eine zwar bescheidene, immerhin aber positive Entwicklung hat: Die unfreiwillige Einschränkung unserer Aktivitäten hat uns im Jahre 2020 eine Kos­teneinsparung von nahezu 50 % und somit – erstmals nach acht Jahren – einen Überschuss in der Jahresrechnung beschert. Wir freuen uns über diese offensichtliche Gelegenheit zum Durchatmen. - Auf der anderen Seite bewegen uns schon vielerlei Gedanken zur wirtschaftlichen Zukunft unseres Vereins bzw. wie lange wir noch die gegenläufige Entwicklung Einnahmen (unveränderter Mitgliedsbeitrag seit mehr als 30 Jahren) gegenüber Ausgaben (permanent steigend) ausbalancieren können. In diesem Zusammenhang hoffen wir, dass wir noch recht lange die Verbundenheit unserer langjährigen Mitglieder nutzen können, aber auch dass die Kursgebühren wieder die Größe vor Pandemie erreichen werden. Keinesfalls versäumen wollen wir in diesem Zusammenhang, uns für die Gunst unserer Anhänger herzlich zu bedanken.

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Zuletzt aktualisiert: 02.09.2021

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