Stenografen-Verein Goslar E. V.

Archiv

Aus den Vereinsmitteilungen


 November/Dezember 2020

           Durch dick und dünn       Vorsprung ausbauen     Von Grundkurs zu Grundkurs     Von Absage zu Absage  
    Vereinsehrenabend     Von A bis Z     Jahresrückblick     Von Mensch zu Mensch   

Durch dick und dünn!

Selten zuvor wohl war diese Redewendung aussagefähiger als in dieser kritischen Zeit. Und wenn wir mit jemandem ohne Wenn und Aber in jeder Lebenslage durch dick und dünn gehen, hat das kaum etwas mit Fettpölsterchen, Abnehmwahn oder Körpergewicht zu tun.

In jener Zeit, als sie aufkam, machten sich die Menschen vermutlich auch nicht so viele Gedanken darüber, weil sie noch vorwiegend zu Fuß gingen. Und wenn wir dick durch dicht ersetzen, kann man die Wendung mit „durch dicht und dünn bewachsenes Gelände gehen“ deuten. Wenn früher der wahre Freund jemanden durch unwegsames Gelände begleitete, war es dann auch ein wenig Schutz vor den Strauchdieben in Büschen und Wäldern.

Trotz aller pandemischen Einflüsse oder gerade gegen diese sollten wir alle in der Vereinsarbeit uns über den Sinn dieser Aussage im Klaren sein, sollten dieses Motto nicht nur mit Leben erfüllen, sondern dabei wohl auch auf die Tube drücken. Damit meinen wir nicht die Zahncreme, den Klebstoff oder die Farbtube, sondern die sinngemäß aus dem technischen Bereich stammende Bedeutung „Gas geben“ („coke tube“ ist im Englischen ein Teil des Vergasers beim Auto).

Diese Erhöhung der Geschwindigkeit kann unserer Aus- und Fortbildungsarbeit nur guttun, da sich im Verlauf des Jahres manche unbefriedigende Situation ergeben hat, deren Spätfolgen wir erst noch abzuwarten haben. Drücken wir also auf die Tube, wie und wann immer dies zum Vorteil gereichen wird.



Von Ferien in Pause

COVID 19 … CORONA … Pandemie … Sicherheitsabstand … Maskenpflicht … Beherbergungsverbot usw.; alle in sieben und mehr Monaten aufgenommenen Begriffe füllen beinahe ein eigenes Lexikon. Man muss sich noch einmal vor Augen führen, dass seit Lockdown im zweiten Halbjahr 2020 von den verfügbaren 26 Wochen zehn auf Ferien entfallen, rein rechnerisch also 16 Wochen Unterrichtstage verbleiben. Das ist zwar gegenüber erstem Halbjahr eine spürbare Verbesserung; doch entspricht dies auch der Einstellung des zivilisierten Mitteleuropäers?

Machen wir uns nichts vor: Jeder ertappt sich bei dem Gedanken, dass wie auch immer begründetes Nichtstun sehr wohltuend sein kann. Mancher setzt einfach seine Schwerpunkte anders, andere wieder sind einfach untätig, - eine gefährliche Situation, an die man sich leicht gewöhnen kann und die es schwierig gestaltet, wieder herauszukommen, wenn dann auch die Medien dauerhaft die Voraussetzungen und Einflüsse suggerieren.

Drücken wir auf die Tube, verfolgen wir unseren Grundsatz „Schneller als andere“. Kurzarbeit, Abbau von Arbeitsplätzen, Arbeitslosigkeit und mehr könnten eher, als man denkt, den Vorsprung im Wettbewerb unterstreichen.

Seitenanfang


Von Grundkurs zu Grundkurs

Im Februar war Start, dann kam die Corona-Pause, am 14. Juli beendeten wir mit elf verbliebenen Teilnehmern den Grundkurs im Zehnfinger-Tastschreiben. Erneut hatten wir mit Erfolg diese Fertigkeit dem Nachwuchs vermittelt, von der er ein Leben lang partizipieren kann. Hannes Thies und Pia Giese wiesen als Beste über 100 Anschläge pro Minute nach.

Intensiv hatten wir einmal mehr für unsere neuen Grundkurse im Tastschreiben und in Kurzschrift für September geworben. Doch die wodurch auch immer begründete Zurückhaltung im Volke führte nicht zu der notwendigen Mindestteilnehmerzahl. Erst erhebliche zusätzliche Bemühungen führten dazu, dass wir wenigstens doch den Schülerkurs am 30. September starten konnten … mit sechs Teilnehmern. Im Hinblick auf die Dauer des Kurses bis einschließlich Januar 2021 ist dies alles andere als berauschend.

Wir begrüßen diese Anfänger und wünschen ihnen das nötige Durchhaltevermögen bis zur praxisgerechten Schreibfertigkeit. Bereits hier und heute weisen wir auf das nächste Semester ab Februar hin … natürlich wieder mit unserem kompletten Angebot für Anfänger … am besten dann „normal“.

Seitenanfang

Von Absage zu Absage

Stadtmeisterschaften … Deutsche Meisterschaften … Seniorenmeisterschaften … Norddeutsche Meisterschaften, alles fiel Corona zum Opfer! Und nun wurde auch noch der letzte und dann einzige Wettbewerb dieses Jahres abgesagt: das Bundespokalschreiben in Apolda (Thüringen). 2020 bleibt also für unsere Wettschreiber ein Totalausfall.

Wie aber soll man Ehrgeiz, Einsatzbereitschaft, Leistungswillen, Trainingsfleiß usw. auf- und ausbauen, wenn nicht die verschiedensten Ergebnisse immer wieder motivieren? Besonders tut es uns um unsere hoffnungsvollen jugendlichen Wettschreiber leid, die wegen dieser Untätigkeit ihre schreibtechnische Entwicklung kaum einschätzen können. Letztendlich bleibt nur die Hoffnung darauf, dass 2021 trotz aller Prognosen hier wieder verlässliche Chancen offenbart.

Um zumindest einen sehr bescheidenen Ansatz zu bieten, werden unsere Fortbildungskurse das jeweilige Trainingsergebnis zum Ende dieses Semesters in einem Test ermitteln. Also: zielstrebig weiter üben!

Seitenanfang

Von Gemeinschaft zu Freundschaft

Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens wurde der Vereinsehrenabend abgesagt.

Wir geben zu, dass die sich wiederholenden Kommentare zum „Seuchenjahr“ 2020 keinen wirklich aufbauenden Anstoß für Motivation in jeder Hinsicht bieten. Es läppert alles so vor sich hin; das Leben wird vermisst. Die sich ständig ändernden Vorschriften und Auflagen helfen nicht über die ohnehin bestehenden Skrupel hinweg.

Traditionell treffen sich die langjährigen Mitglieder, die Mitarbeiter und Wettschreiber unseres Vereins jährlich im Herbst zu zwangloser Geselligkeit. Lange haben wir überlegt, ob wir dieser Tradition auch in diesem Jahr entsprechen können; und wir „wagen“ es:

Der Vereinsehrenabend ist zunächst auf

Samstag, 21. November 2020, im H+ Hotel, Goslar,
Krugwiese 11 a

terminiert.

Vorbehaltlich weiterer Hygienebestimmungen wollen wir ganz einfach den Kontakt innerhalb unserer Stenofamilie pflegen, auch wenn wir bis zum letzten Moment „auf dem Pulverfass“ sitzen werden. Wir haben ganz einfach den Glauben und die Zuversicht nicht verloren, dass die erhoffte Resonanz uns doch noch einen Lichtblick vermittelt.

Seitenanfang


Von A bis Z

Wahrscheinlich ist es nur Zufall. Aber unsere Goslarer Stenofamilie lässt in letzter Zeit Federn. Es hat sicher nichts mit der Pandemie zu tun, wenn wir zunehmende Empfindlichkeiten in unseren Reihen feststellen: Von Amputation bis Zweifel reicht die Skala mit Infarkt, Schlaganfall, Demenz u. a. dazwischen. Eindeutig zu viele unserer Mitglieder sind durch einen derartigen Einschnitt zurückgeworfen worden, teilweise mit immer noch unklarem Ausgang.

Geduld heißt stets ein Teil jeder Therapie. Als gesunder Mensch hat man davon in der Regel zu wenig; als Betroffener muss man sie bis an die Grenze ausreizen, darf die Hoffnung nicht aufgeben. Mit der Zahl der Jahre steigen eben die Schwachpunkte; gegenläufig verringern sich die Abwehrkräfte. Und ob Corona nun in diesem Jahr noch zusätzlich zum Niedergang beiträgt, wer weiß das schon.

Auf jeden Fall und mit allem Nachdruck nehmen wir Anteil am Leid und können nur wünschen und hoffen, dass ärztliche Kunst und eine Portion Glück die natürlich vorhandene Zielstrebigkeit entscheidend stärken. Wer immer unserer Leser direkt oder indirekt betroffen ist: Baldige Genesung!

Seitenanfang


Von Jahr zu Jahr

Alljährlich um diese Zeit steht der Jahresrückblick für unseren Verein an. In der Vergangenheit stand dieser meist unter dem Zeichen unserer Wettschreiberfolge; und diesmal?

Auch wenn wir vergleichsweise von Katastrophen verschont blieben, so ist es aus heutiger, unvollständiger Sicht ein Jahr zum Vergessen. Unterricht mit neuen Anfängern, Leistungsschreiben, Meisterschaften und anderes fielen ins Wasser - besser in die „Seuche“ -, der räumliche Abstand vergrößerte sich, Loyalität, örtliche und überregionale Öffentlichkeitswirksamkeit passten sich mit an.

Positiv steht dem gegenüber, dass nach unserem Kenntnisstand niemand von uns positiv getestet wurde, dass der Dialog miteinander hier und da enger wurde. Deutlich gewonnene Zeit konnte schon mal für konzeptionelle Gedanken eingesetzt werden. Und unser Vereinsbudget profitierte auch stellenweise durch wegfallende Kosten.

Aber ist dies denn wirklich von Vorteil? Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir in der Vergangenheit das finanzielle Engagement regelmäßig den qualitativen Erfordernissen angepasst. Wollen wir nun unter dem Einfluss der noch nicht abgeschlossenen Pandemie eine Perspektive herleiten, dann wird die Sensibilität nicht allzu viel hergeben. Die fachliche Qualität kann uns sicher niemand absprechen, doch die Quantität erfordert unsere vereinten Kräfte und wird sich erst in der Folge in Form von Resonanz, Effizienz und Ergebnissen darstellen.

Unser Dank gilt allen Goslarer „Stenos“, Dank für ideelle und materielle Unterstützung, für Ausdauer und Geduld an vielen Stellen. Und dann bleibt da noch die Hoffnung auf unsere Gemeinschaft, auf die allgemeine Entwicklung; und genau die sollten wir nicht aufgeben, sondern wir sollten jede sich bietende Veränderung nutzen.

E. Hubitschka

Seitenanfang


Von Mensch zu Mensch

Es gibt sie noch … die handgeschriebene Post! Und es gibt sogar einen internationalen Tag des Briefeschreibens am 1. September! Wer hätte das gedacht?

Nach einer Umfrage der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen im Jahre 2019 gaben sechs Prozent der befragten 2200 Personen an, mindestens einmal im Monat Postkarten oder Briefe zu schreiben. Aber jeder freut sich über handgeschriebene persönliche Post, auch wenn heute für den Dialog Telefonieren oder Simsen bevorzugt werden aus taktischen, auch aus finanziellen Gründen.

Die „Junge Szene“ der „GZ“ hat dazu einige Goslarer Jugendliche befragt. Mehrheitlich vermissen diese den Austausch handgeschriebener Nachrichten, erinnern sich auch gern an frühere Brieffreundschaften, ziehen aber schließlich doch aus Bequemlichkeit den elektronischen Austausch vor. Aber sie wollen das Briefeschreiben beibehalten.

Es wird also erstaunlicherweise noch geschrieben, aber wie? Wer zählt die Fehler, kennt die Regeln, die noch vor Kurzem unvorstellbar waren, zum Beispiel beim Verfassen von Mails. Und nicht alles ist mit dem Zeitgewinn zu vertreten. Schreibfertigkeiten auf der Tastatur oder gar in Kurzschrift halten da sehr gut dagegen. Nur die Ästhetik hat an Bedeutung verloren. Doch wen kümmert’s?

Seitenanfang


Von uns an Euch!

Zehn Zwölftel eines Kalenderjahres liegen bei Redaktionsschluss hinter uns. Abschluss und Höhepunkt desselben werfen vage, aber sicher stärker werdende Schatten voraus unter anderem mit einem modifizierten Goslarer Weihnachtsmarkt, der hoffentlich zumindest Licht in diese trübe Zeit bringt.

Allen unseren Mitgliedern und den Familien und Angehörigen wünschen wir, dass dieses Licht auf sie herab-/herüberstrahlt, dass ihnen die Festtage Frieden und Wohlbefinden bescheren. Die Menschheit würde es allerdings auch begrüßen, wenn daneben oder dazu der weihnachtliche Glanz noch Raum lässt für das Bewusstsein, dass nicht jeder Pomp selig macht. 2020 hat uns die Grenzen aufgezeigt.

Ein frohes Weihnachtsfest
all überall

Die Vereinsführung Stenografenverein Goslar von 1891 e. V.




zu früheren Vereinsmitteilungen


Zuletzt aktualisiert: 01.11.2020

Stenografen-Verein Goslar