Stenografen-Verein Goslar E. V.

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Aus den Vereinsmitteilungen


 März/April 2021

           Nachhaltigkeit       Kurzsichtigkeit       Kontaktfähigkeit       Bildungsmöglichkeit  
    Dankbarkeit     Nachruf    Genderstern     Pandemie-Anekdoten       
  

Nachhaltigkeit …

… ein Jahr danach! An sich ist nichts besser geworden, höchstens die Zahl der einschlägigen Fachbegriffe ist gewachsen: CORONA … LOCKDOWN … Inzidenz … Hotspot … Mutation … Schnelltest, um nur einige zu nennen. „Schutzimpfung“ prägte die Erwartung der Menschheit; nun diskutieren wir über die Verträglichkeit und im Zuge damit auch bereits über die „dritte Welle“. In den größtenteils von der Politik verordneten Hygienemaßnahmen verzetteln wir uns, der durchschlagende Erfolg bleibt aus.

Dafür jedoch steigt die Unzufriedenheit in der Gesellschaft, die immer durchdringender nach dem Staat mit seinen Finanzen ruft. Allerdings sind wohl außer dem Virus selbst Grenzen gesetzt; auch wir können leider unsere unveränderte Bereitschaft zu Aus- und Fortbildung nicht umsetzen, weil jeder Pandemieprophet sich vor der Lockerung scheut. Unsere Bildungsmaßnahmen ruhen (wie lange noch?), menschliche Kontakte verkümmern (halten wir Menschen das durch?), ideelle und ehrenamtliche Bindungen entwickeln sich gen Null (wer bringt das Rad jemals wieder in Schwung?), Berichte über nichts können wir uns auch sparen (wer spricht noch von Vereinsrecht?).

Die Serie setzt sich somit fort:

7. November …Bundespokalschreiben  = abgesagt
21. November … Vereinsehrenabend  = abgesagt
11. Januar … Weihnachtsferien = verlängert
17. Februar … Jahreshauptversammlung  = vertagt
22. Februar … neue Grundkurse = vertagt

Wir sparen Geist und Papier, da kein (Erfolgs-)Bericht angesagt. Und wie geht es weiter? Fragezeichen über Fragezeichen!

Eine kurze, klar zu bemessende Bilanz wollen wir unseren Mitgliedern nicht vorenthalten: In der Mitgliederzahl endet das Jahr 2020 so, wie es begonnen hatte: 57 Schriftfreund*innen plus 25 -freunde ergeben 82 Mitglieder, davon 47 Aktive.



Kurzsichtigkeit

Es ist schwierig mit dem Blick nach vorn, da wir die angekündigten Maßnahmen am 4. März abwarten müssen. Neben den nachzuholenden Terminen bewegen uns nach dem Ausfall im vergangenen Jahr zunächst die Stadtmeisterschaften am 20. März. Diese örtliche Leistungsschau täte uns schon sehr gut nach den vielen Trainingsmonaten in 2020/21; aber: !? Wir behalten dieses Wettschreiben erst einmal im Terminplan, werden dann kurzfristig entscheiden müssen. Ähnliches gilt für die Bundesmitgliederversammlung am 18. April in Apolda, während wir noch keine verbindliche Entscheidung für die Deutschen Meisterschaften am 13. bis 15. Mai in Bad Breisig vorliegen haben. Parole: Weiter trainieren!

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Kontaktfähigkeit

Die Zahl unzufriedener Menschen im Lande steigt; es gibt kaum noch ein Segment, das nicht kritisiert wird. Wir alle haben keine Vorstellung davon, welch nachhaltige Folgen wir auch im ideellen Bereich nach Ende der Pandemie auszuhalten haben werden. Es gibt Vereine, die die missliche Situation schon einmal dazu nutzen, ihren Mitgliedern und deren Familien schriftlich zu wünschen, dass diese die Zeit bisher zumindest gesundheitlich unbeschadet überstanden haben unter Verweis auf die entbehrungsreichen Monate. Wir schließen uns diesem bescheidenen Versuch, sozialen Kontakt zu erhalten, aus Überzeugung an. Wir bedanken uns für die Verbundenheit und die Treue zu unserem Verein und hoffen auf umfassende Unterstützung, wenn dann irgendwann einmal wieder das Rad in Schwung gebracht werden muss. Eine jede negative Phase hat zumeist eine positive Entwicklung zur Folge. Vertrauen wir hierauf, seien wir zuversichtlich. Und: Bleiben Sie gesund.

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Bildungsmöglichkeit

In diesen derzeitigen Gedankenkreis passt im Rahmen der Erwachsenenbildung seit Längerem auch der Begriff Homeschooling. In der Gegenüberstellung Präsenz ./. Onlineunterricht gehen die Beurteilungen sowohl bei Lehrenden wie bei Lernenden, vor allem bei Eltern schulpflichtiger Kinder immer weiter auseinander mit deutlicher Tendenz zur bisherigen Unterrichtsform. Auch wenn dies ebenso deutlich auf die Defizite in der Digitalisierung zurückzuführen ist, auch wenn Politik und Verbände die neu entdeckten Chancen der Schule von morgen propagieren, kann man die in der Not geborenen Möglichkeiten ganz sicher nicht einfach integrieren. Zu den unermesslich vielen nicht geeigneten Bildungsbereichen wie zum Beispiel Handwerk gehören ganz sicher auch unsere Schreibfertigkeiten. Kann sich irgendjemand vorstellen, Kurzschrift oder Zehnfinger-Tastschreiben oder Autorenkorrektur online zu erlernen bzw. zu praxisgerechter Fertigkeit zu vervollkommnen, dabei das pädagogisch schwächste Glied in der Kette zu erkennen sowie mit den erforderlichen punktuellen Hilfen in Aus- und Fortbildung zu begleiten? Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat es richtig erkannt: Guter Präsenzunterricht ist alternativlos, doch er sollte in Zukunft um eine ständige digitale Komponente ergänzt werden (wo es möglich ist).

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Dankbarkeit

Aus dankbarem Herzen und mit außerordentlicher Freude danken wir jenen zehn Mitgliedern, die uns im Jahre 2020 und besonders an dessen Ende mit freiwilligen Spenden in der Gesamthöhe von mehr als 1.100 Euro unterstützten. Zum wiederholten Male betonen wir, dass wir ohne diesen „warmen Regen“ schon lange hätten den Mitgliedsbeitrag und/oder die Kursgebühren erhöhen müssen.

Zu bedauern ist sicherlich, dass nicht auch die Resonanz auf diese wirtschaftlich stabile Position vor allem von Außenstehenden zu erkennen ist. Aber vielleicht bringt uns ja die Zeit nach der Pandemie den lang erhofften Zuspruch, zumal das sparsame Jahre 2020 auch von den Kosten her zusätzlichen Freiraum eröffnete. – Bleiben Sie wachsam und uns weiter fachlich überzeugend zur Seite!

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Nachruf

Wir trauern zusammen mit Tochter und Schwiegersohn um Helga Wolff, die uns bereits am 22. Dezember kurz vor Vollendung ihres 80. Lebensjahres für immer verlassen hat, nachdem sie im Juli letzten Jahres einen gesundheitlichen Einschnitt erlitten hatte, den zu überwinden ihre verbliebenen Kräfte überforderte. Am 1. April dieses Jahres hätte sie mit 60 Mitgliedsjahren ihre Zugehörigkeit zum Stenoverein vorläufig krönen können; sie hat somit von jung an ihr Leben in jeder Hinsicht mit uns verknüpft, nicht zuletzt auch durch ihre Ehe mit unserem zwischenzeitlichen 2. Kassierer Hans-Joachim. Sehr gern erinnern wir uns an viele arbeitsreiche, aber auch gesellige Zusammenkünfte mit ihr, danken ihr für die langjährige Verbundenheit und hätten ihr ein deutlich humaneres Lebensende gewünscht.

Am 15. Januar haben wir sie würdig in ihre Ewigkeit verabschiedet, für die wir ihr den wohlverdienten Frieden wünschen.

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Der Genderstern

Ein Asterisk bzw. Sternchen, wie das hochgestellte Zeichen auch genannt wird, kennzeichnet traditionell den Hinweis auf eine Fußnote, zum Beispiel in weniger bekannter Funktion für „geboren“ in Lexika oder als Neutralisierung von Passwörtern oder PIN-Nummern. Seit einigen Jahren wird versucht, das Sternchen zum Genderstern ähnlich dem sogenannten Gendergap zu entwickeln und damit weibliche Wortformen wie bei Lehrer*innen hervorzuheben. Allerdings gibt es dazu noch keine verbindlichen Vorschriften. Versuchen Sie doch erst einmal im Zuge dieser mehr und mehr um sich greifenden Diskussionen, eine entsprechende weibliche Form zu finden für eine Frau, die wandert oder einen Cateringdienst betreibt oder auf kleine Kinder aufpasst oder ein Hotel führt oder eine Petition einreicht oder zu den Zimmerleuten gehört. Gefallen Ihnen die vorstellbaren Lösungen Wanderin, Caterin, Sitterin, Hotelieré, Petentin, Zimmerin? Nein? Dann wechseln wir das Thema, weil auch der Genderstern dies wohl nicht regeln kann.

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Pandemie-Anekdoten

Zweifelsohne hat die Digitalisierung entgegen anderer Darstellungen vor allem in der medialen Praxis doch schon Erfolg aufzuweisen mit einer unüberschaubaren Zahl von neuen Begriffen. Die Pandemie mit Lockdown bzw. Kontaktbeschränkungen hat den Trend zu Youtube verschärft zu neuen Talk-Formaten hin, die die gereiften Bürger*innen häufig überfordern. Spotify, Streaming, viele andere Schlagwörter bis hin zu Podcasts bereiten ihr oder ihm vielerlei Schwierigkeiten, auch wenn diese in einer Quarantäne das Lebensgefühl verbessern können und obwohl jeder dritte Deutsche in 2020 damit verknüpfte Audio- oder Videobeiträge konsumierte. Selbst erkannte Experten verkünden auch, dass sich Podcasts in der Breite durchgesetzt haben, weil sich unter anderem der Virologe Christian Drosten zum deutschen Podcast-König profiliert hat, ein Status, den andererseits gerade die Comedy-Szene mit Begriffen wie „Podschalk“ (Thomas Gottschalk) wieder bewusst ins Lächerliche zieht. Die Kurzlebigkeit solcher „moderner“ Wörter hat schon immer Zweifel an ihrer Dauerhaftigkeit genährt. Wir warten ab und befleißigen uns der klaren deutschen Sprache.

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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2021

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